Schwarzkümmel


Der Schwarzkümmel ist in Südeuropa und Nordafrika heimisch. Unseren alten Kräuterkundigen war er jedoch bekannt. So bezeichnet Hieronymus Bock den Schwarzkümmel als schwarzen Koriander, bei dem er eine Wildform und eine kultivierte Form unterscheidet. Letztere wächst ellenlang in den heimischen Gärten.

Was die Wirkung betrifft, lehnt sich Hieronymus Bock sicher an Dioskurides an, der bereits ausführlich über den Schwarzkümmel schrieb.

Der Schwarzkümmel ist eine der wenigen Pflanzen, die in heutiger Zeit eine große Wertschätzung erfahren. In Naturheilkreisen wird er gar als Panazee gepriesen, mit der man alle Krankheiten heilen könnte. Diese Vorstellung ist sicherlich auf den Propheten Mohammed zurückzuführen, der schrieb, dass Schwarzkümmel jede Krankheit heilen könnte, ausser den Tod.


In der Folge finden sich unzählige Schriften, welche die Wirkung dieser, zur Familie der Hahnenfußgewächse gehörenden Pflanze, in höchsten Tönen loben. So soll die regelmässige Einnahme des Schwarzkümmelöls vor Krebs schützen, Autoimmunerkrankungen heilen, eine massive Verbesserung bei Asthma bewirken und auch bei der Behandlung von Rheuma seine erstaunliche Wirkung entfalten. Auch Zecken sollen denjenigen meiden, der regelmässig Schwarzkümmelöl zu sich nimmt. Wie bescheiden nimmt sich da die Verwendung und die beschriebenen Heilwirkungen unserer alten Kräuterkundigen aus?

Unsere alten Kräuterkundigen empfehlen den Schwarzkümmel zur vermehrten Harnausscheidung, bei ausbleibender oder sehr geringer Regelblutung, als Milch treibendes Mittel und zur Behandlung von Lungenleiden, wie Asthma.


Sie wussten bereits, dass Schwarzkümmel ein hormetisches Gift ist und seine Wirkung durch die Hormesis erklärt wird. Dementsprechend schreibt Hieronymus Bock: „Wenn man den Samen zuviel, überflüssig oder grün einnimmt, ist es dem Menschen schädlich.“ Ein weisser Ratschlag, der leider in Vergessenheit geraten ist. Man sollte sich also durch die hoch gepriesenen Wirkungen in jüngster Zeit nicht dazu verleiten lassen, täglich große Mengen Schwarzkümmelöl zu sich zu nehmen. Der Körper benötigt nach der Einnahme eine Zeit der Regeneration um gestärkt aus dem Prozess hervorzugehen. Übertreiben Sie die Einnahme dementsprechend nicht. Ein Esslöffel Öl pro Tag sollte durchaus ausreichend sein um eine gewünschte Wirkung zu erzielen. Auch sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass Zecken sie während der Einnahme von Schwarzkümmelöl meiden. Aus Erfahrung kann ich ihnen versichern, dass es sehr wohl noch vorkommen kann, dass eine Zecke sie als leckere Nahrungsquelle schätzt. Suchen Sie sich also besser, nach Spaziergängen in Wald und Flur, nach Zecken ab.

Verwendung und Wirkung

Unsere alten Kräuterkundigen verwendeten den Schwarzkümmel zur Behandlung von Lungenbeschwerden, Bauchschmerzen, Zahnschmerzen, Bauchwürmern, Kopfschmerzen, Flechten, Hautveränderungen und Würmern. Darüber hinaus war es ihnen ein geeignetes Mittel zur Vermehrung der Harnausscheidung, zur Ankurbelung der Milcherzeugung bei Ammen und bei ausbleibender Menses.

Beim Brot backen nutzten sie den Schwarzkümmel als Ersatz für Kümmel.

Die innerliche Verwendung von Schwarzkümmel

Heute wird der Schwarzkümmel bevorzugt in Form des Öls verwendet. Die Samen werden gerne als Ersatz für Zwiebelsamen genutzt, denen sie optisch zwar sehr ähnlich sehen, geschmacklich jedoch weit entfernt sind. Besonders beliebt ist das Bestreuen von Fladenbrot.

Unsere alten Kräuterkundigen empfahlen vornehmlich den Samen statt des Öls. Er wurde für die beschriebenen Beschwerden etliche Tage zusammen mit Wein eingenommen.

Die äusserliche Verwendung

Äusserlich zerstampft und auf den Leib aufgebracht, verglich man die Schwarzkümmelsamen mit der Wirkung des Korianders, weshalb man ihn als schwarzen Koriander bezeichnete. Er wurde so auf Geschwülste, Zittermäler und Flechten aufgelegt.


Zur Behandlung von Kopfschmerzen zerstiess man die Samen und mischte sie mit Rosenessig. Die so erhaltene Paste strich man auf die Stirn.


Der Samen wurde geräuchert, um giftiges Gewürm und Schlangen zu vertreiben.

In Essig und Wasser gekocht, diente der Samen gegen Zahnschmerzen. Die erhaltene Lösung behielt man einige Zeit im Mund, bis der Schmerz nachliess. In Essig gekocht strich man die Samen auf den Bauchnabel, um Bauchwürmer zu vertreiben.


Hühneraugen ritzte man ringsherum auf und bestrich sie anschliessend mit einem Auszug aus den Samen. Hierfür wurden die Samen mit Wein übergossen und 2 Wochen in der Sonne stehen gelassen.