Quendel


Aus Sicht der alten Heilkundigen ist der Quendel von hitziger Natur. Er galt ihnen als ausgezeichnetes Heilkräutlein zur Behandlung von Hautleiden, die wir heute als Neurodermitis oder Akne bezeichnen würden. Hildegard von Bingen nutzte ihn bei allen Hautveränderungen.

Verwendung und Wirkung von Quendel

Quendel wurde in der Volksmedizin bei trockenen Husten, Blasenschleim, inneren Wunden, Bauchschmerzen, Erbrechen, Harnbeschwerden, Magen-Darm-Störung, Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen eingesetzt.

Innerliche Verwendung

Wie im Mittelalter üblich, bereitete man Quendel bei den meisten Beschwerden mit Weißwein zu.

Innerliche Wunden, Blasenschleim oder Bauchschmerzen

Zur Behandlung von innerlichen Wunden, Blasenschleim und Bauchschmerzen wurde Weißwein in einem geschlossenen Gefäß mit Quendel gekocht. Das geschlossene Gefäß ist wichtig um zu verhindern, dass die leicht flüchtigen Öle beim Kochvorgang entweichen. Der so zubereitete Trank wurde warm eingenommen. Er galt auch als hilfreich um Leber und Milz anzuregen.

Erbrechen mit Blut

Bei Erbrechen mit einhergehenden Magenblutungen kochte man Quendel in Essig und Honig oder nahm den frisch gepressten Saft teelöffelweise ein.


Trockener Husten, schwacher Magen, Harnbeschwerden

Auch bei trockenen, zähen Husten, schwachen Magen und Harnbeschwerden kochte man Quendel in Weißwein. Fügte jedoch Honig, Anis und Süßholz hinzu.

Magen-Darm-Störungen

Quendel galt in der Volksmedizin als magenstärkend und appetitanregend. Heute wird diese Wirkung von der evidenzbasierten Medizin bestätigt. Als Grund für die magenstärkende Wirkung wird der hohe Gehalt an Cymol, Thymol, Carvacrol und Gerbstoffen angeführt.

Unseren alten Heilkundigen war diese Erklärung wohl nicht bekannt. Sie schöpften aus einem jahrtausendalten Erfahrungsschatz und ihrer täglichen Arbeit mit den Pflanzen.

Um den Magen zu stärken oder den Appetit anzuregen, brannten sie einen Schnaps aus Quendel. Für alle weiteren Beschwerden diente das Kräutlein in all seinen Zubereitungsformen.

Äusserliche Verwendung

Äusserlich verwendete man den Quendel wie die Poleiminze. Darüber hinaus diente das Öl des Heilkräutleins zur äusserlichen Behandlung von Schwindel, Kopfschmerzen und zur Konzentrationsförderung. Dazu wurde das Öl eingeatmet oder der gebrannte Quendel mit Rosenessig warm auf die Stirn gelegt.