Das richtige Trocknen von Heilpflanzen


Zur Aufbewahrung und zur Zubereitung von Dekokts oder Tees, werden Heilpflanzen meist getrocknet. Dabei sollte das Trocknen sehr sorgfältig durchgeführt werden. Wichtig ist, dass die Heilpflanzen auch nach dem Trocknen ihre ursprüngliche Farbe beibehalten.

Trocknung von Blüten

Die Blüten müssen zu Beginn der Blütezeit geerntet werden. Man trocknet sie am besten auf einem sauberen Blatt Papier. Um die Farbe der Blüten zu erhalten, müssen sie an einem dunklen Ort getrocknet werden. Blütenstände, wie beispielsweise von der Kornblume oder dem Wermut, werden girlandenartig in einem gelüfteten Raum aufgehängt. Optimal wäre ein Dachboden.


Trocknung von Blättern

Blätter erntet man am besten vor der Blütezeit oder während der Blütezeit. Größere Blätter hängt man zum Trocknen auf. Kleinere werden auf einem Rost, an einem gelüfteten Ort ausgebreitet. Blätter, die Aucubine, Phenole oder Chinone enthalten, werden sich während der Trocknung braun verfärben. Das lässt sich nicht vermeiden. Dazu gehören beispielsweise Wegerichblätter oder Bärentraubenblätter. Blätter mit Gerbstoffgehalt kann man fermentieren. Sie erhalten dadurch ein intensiveres Aroma. Ein Beispiel sind Brombeerblätter. Ein Absud aus den frischen Brombeerblättern ist praktisch geschmacklos. Trocknet man die Blätter, ist ein Tee daraus trinkbar. Aromatisch wird er jedoch, wenn man die Blätter fermentiert, bis sie dunkel wie Tabak werden. Ähnlich wie beim Schwarzen Tee.


Trocknung von Kraut

Pflanzen sollten direkt nach der Ernte an der frischen Luft oder im Schatten getrocknet werden. Dazu werden die Heilpflanzen entweder klein geschnitten und auf ein Leinentuch ausgebreitet oder zu einem Strauß zusammengebunden und in einem trockenen Raum mit guter Durchlüftung aufgehängt. Statt einem Leinentuch kann auch ein Kunststoffsieb mit Rahmen oder ein Rost verwendet werden. Vor der Trocknung ist es ratsam, die geernteten Heilkräuter sorgfältig zu sortieren. Stark riechende Heilkräuter sollten getrennt von den anderen Heilkräutern getrocknet werden. Auch muss man auf die Art der zu trocknenden Heilpflanze Rücksicht nehmen. Welke und alte Blätter sollte man vor der Trocknung entfernen.

Die Trocknung von Beeren

Zum Trocknen von Beeren breitet man die Beeren am besten auf einem Rahmen von Drahtgeflecht, der mit Gaze überzogen ist, aus. Es ist wichtig, dass die Luft überall an die Beeren kommt.

Trocknung von Wurzeln

Wurzeln werden sauber gewaschen. Am besten mit einer Bürste. Danach schneidet man sie in Scheiben und fädelt sie auf einem Bindfaden auf. Die so erhaltene Kette hängt man in der Sonne oder an einem luftigen, von Regen geschützen, Ort auf. Wurzeln müssen vollständig trocken sein. Ansonsten werden sie mit der Zeit schimmlig. Im frühen Stadium an einem faulen, unangenahmen Geruch erkennbar.


Trocknung von Heilpflanzen allgemein

Blütendrogen wie Arnika, Mohn, Johannisblüten oder Königskerzen werden, wie unter „Trocknung von Blüten“ beschrieben, rasch und unter Vermeidung von Tageslicht getrocknet. Blätter, Blüten, und Kraut werden zum Trocknen über Drahtrahmen oder Netze oder über Papier auf dem Erdboden ganz lose ausgebreitet und in der Luft – an einer möglichst recht zugigen Stelle – im Schatte getrocknet. Den direkten heißen Sonnenstrahlen dürfen die Pflanzen niemals ausgesetzt  werden, da sonst der Saft (die Heilkräfte) zu sehr entzogen wird.


Wurzeln und Rinden werden bei direkter Sonneneinstrahlung getrocknet. Dazu werden sie von Schmutz befreit, kurz abgespült, zerschnitten und in kleinste Stücken zerkleinert.

Bei anhaltendem Regen und im Herbst benutzt man geheizte Räume zum Trocknen der Pflanzen. Um die Pflanzen vor Fäulnis zu schützen, legt man sie an schönen Tagen, unter Wenden, in der nicht mehr so brennenden Herbstsonne aus.

Der Raum für die Trocknung sollte möglichst gut durchlüftet und trocken sein. Die Temperaturen zur Trocknung sollten im Schatten nicht mehr als 35 Grad betragen. Heilkräuter, die hauptsächlich ätherische Öle enthalten, können bei Temperaturen bis zu 60 Grad getrocknet werden. Der Raum für die Trocknung darf keinen Estrichboden aufweisen.

Bei der Trocknung wird den Heilkräutern Wasser entzogen. Das führt zum Entzug von Gärungsfermenten, dem Nährboden für Bakterien und Pilze.  Bakterien benötigen einen Wassergehalt von ca. 45%, Pilze nur 15 –  20%. Gut getrocknete Kräuter sollten einen Wassergehalt von ca. 10% aufweisen.

Sobald die Heilpflanzen ziemlich trocken sind, also nicht dürr, werden für Tee gedachte Heilkräuter 4 Wochen in einem verschlossenen Kasten – Kiste oder Karton – zur Gärung aufbewahrt. Durch diese Prozedur schwitzen die Heilkräuter den Wasserstoff aus. Der Tee wird kräftiger und aromatischer.


Nach der Trocknung sollten die Heilkräuter so wenig wie möglich und ausschliesslich mit trockenen und sauberen Händen angefasst werden. Sträuße oder grössere Pflanzenteile werden nochmals zerkleinert und anschließend in gut verschlossenen, sauberen und trockenen Gefäßen wie Gläser oder Büchsen, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt, aufbewahrt.

Auf den Gefäßen notiert man die darin enthaltene Pflanze und das Datum der Ernte. Nach einem Jahr sollten die getrockneten Pflanzen durch eine neue Ernte ersetzt werden, wenn sie nicht bereits verbraucht wurden. Verwenden kann man sie ansonsten noch für äußerliche Anwendungen, Bäder, Umschläge oder Kräuterkissen.