Homöopathie

Homöopathie


Das homöopathische Prinzip, welches ausschlaggebend ist für die richtige Mittelwahl, lautet:

Similia similibus curantur 


(Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt)

In Indien gibt es dazu ein Sprichwort. “Nimm einen Dorn, um einen Dorn herauszuziehen”. Um dieses Prinzip erfolgreich anwenden zu können, ist es notwendig, den aktuellen seelischen, körperlichen und geistigen Zustand richtig beschreiben zu können. Im Gegensatz zur Homöopathie, verfolgt man in der westlichen Medizin das Prinzip: “Gegensätzliches wird mit Gegensätzlichen geheilt”. Dieser Ansatz erscheint absurd, denn er kann aus Sicht der Homöopathie nicht zur Heilung führen, sondern entspricht einer Unterdrückung der Symptome. Ein Beispiel soll das deutlich machen. Ein Mensch mit schwacher Herztätigkeit bekommt ein herzanregendes Medikament. Damit verschwinden die Symptome und der Patient hat den Eindruck der Heilung. Sobald die Wirkung des Medikaments abnimmt oder das Medikament abgesetzt wird, erscheinen die Symptome jedoch wieder. Der Grund ist, dass die Ursache nicht geheilt wurde sondern lediglich Symptome bekämpft wurden. Durch wiederholtes Auftreten der Symptome wird der zu Behandelnde auf das Medikament eingestellt. Mit nicht selten schwerwiegenden Folgen. 

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, beschrieb das Ziel der Homöopathie wie folgt: “Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte und dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigstem Wege nach deutlich einzusehenden Gründen”. Dies geschieht auf Grundlage Similia similibus curantur unter Beachtung der geeigneten Potenz.

Die richtige Potenz auszuwählen ist der zweite wichtige Schritt bei der Behandlung durch Homöopathie. Hahnemann bemerkte in seinen ersten Versuchen, dass er zwar Ähnliches mit Ähnlichem heilen konnte, die Ursubstanzen führten aber nicht selten zu überschießenden Reaktionen, an denen die Patienten beinahe starben. Aufgrund dieser Tatsache begann Hahnemann die Urstoffe zu verdünnen. So entstanden die verschiedenen Potenzierungen. Ein Teil Urstoff mit 99 Teilen Alkohol vermischt und 10 mal kräftig geschüttelt, ergab eine hundertfache Verdünnung. Hahnemann nannte sie Potenz C1. Das C steht dabei für Centesimal. Ein Teil der Potenz C1 mit 99 Teilen Alkohol ergab eine Potenz C2. Ein Teil der Potenz C2 mit 99 Teilen Alkohol vermischt und 10 mal kräftig geschüttelt, ergab eine Potenz C3, was einer Verdünnung von 1:1 Million entspricht. Aus Sicht der Homöopathie entspricht das Potenzieren jedoch keiner Verdünnung, die allgemein als Verringerung der Wirksamkeit angesehen wird. In der Homöopathie ist es eine Verstärkung, was aus chemisch, physikalischer Sicht unsinnig erscheint. Aus Sicht der Homöopathie sorgt der Verschüttelungsvorgang, der einer Energetisierung gleich kommt, jedoch zu einer Potenzierung indem die Information wie ein Fußabdruck an die Lösung weitergegeben wird. Auch wenn in hohen Potenzierungen aus wissenschaftlicher Sicht kein Nachweis auf den Urstoff mehr zu finden ist. Das Homöopathie wirkt, zeigen unzählige Heilerfolge. Nicht nur an Menschen, sondern auch an Tieren.

Die wohl höchste Potenz entwickelte Hahnemann erst am Ende seines Lebens. Er bezeichnete sie als LM-Potenzen und sah sie als die wirksamste Potenz zur Behandlung von chronischen heilungsbedürftigen Defiziten. Die LM-Potenz entspricht einer 50000-fachen Verdünnung. Zur Erstellung einer LM-Potenz verdünnte Hahnemann den Urstoff 1:99, schüttelte, sprich dynamisierte oder energetisierte, dann jedoch 100 mal. Anschließend übergoß er mit dieser potenzierten Flüssigkeit 500 Globuli. Nun nahm er eine der Globulis, löste sie in 99 Tropfen Alkohol auf und wiederholte die zuvor gemachten Schritte. Diese Potenz nannte Hahnemann schließlich LM-Potenz. LM-Potenzen wirken sehr sanft, verkürzen in der Regel die Behandlungsdauer und können ohne Erstverschlimmerung über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Einziger Nachteil der LM-Potenz ist eine schwierige Handhabung für den Laien. 

Die sogenannten D-Potenzen wurden nie von Hahnemann entwickelt. Sie entstehen durch eine Vermischung von 1:9 und dürften aus Sicht der Homöopathie nicht empfehlenswert sein. Empfehlenswert ist für akute Beschwerden die Potenz C200. Für chronische Beschwerden die LM-Potenz.

Noch ein Hinweis für die Suche nach dem richtigen Mittel. Meist ist es gut, sich einem erfahrenen Homöopathen anzuvertrauen. In jedem Fall sollte man ein Homöopathisches Mittel absetzen und ein anderes suchen, wenn nach der dritten Gabe keine Besserung eintritt. Nach einer Erstverschlimmerung sollte das homöopathische Mittel nicht gleich nochmals gegeben werden. Im besten Fall ist der Heilungsprozess bereits eingetreten. Ist das nicht der Fall, sollte man ein anderes homöopathisches Mittel probieren.