Herzgespann


Dem Herzgespann begegnete ich zum ersten mal im Bauerngarten meiner Großmutter. Sie pries es als bestes Heilkraut, wenn es darum geht, das Herz der Kinder zu beruhigen und zu stärken.

Später suchte ich das Herzgespann in den alten Büchern meiner Großmutter, fand jedoch keinen Hinweis der über das Mittelalter hinaus geht. Fündig wurde ich im Kräuterbuch des Matthioli.

Matthioli schrieb 1586:

Herzgespann oder Herzgesperr ist also genannt dieweil es zu dem Zittern oder Klopfen des Herzens und dem Gebresten, so man Herzspann an den Kindern nennet, dienlich gebraucht wird.

Zu dem Krampf und Lähmung der Glieder so mans in Wein siedet und etliche Tag davon trinkt oder auch warm übergelegt.


Dienet auch wider das fallende Leid.

Letztere Anmerkung von Matthioli bezieht sich auf eine Wirkung dieser Heilpflanze zur Behandlung von Epilepsie.

Nach Matthioli griff Tabernaemontani das Herzgespann auf, widmete ihm jedoch entgegen den Ausführungen zu anderen Heilpflanzen wenig Raum und kaum mehr Informationen, als es bereits Matthioli tat.


Tabernaemontani hält die Pflanze für blutverdünnend und empfiehlt das gebrannte Wasser den unter Herzgespann leidenden Kindern. Woher diese Heilpflanze ihren Namen erhielt.

Unter Herzgespann versteht man das starke Pochen des Herzens, durch welches das Kind geängstigt wird. Weiterhin empfiehlt er es gegen Steine und Grieß und greift darüber hinaus die von Matthioli angeführte Verwendung gegen Krämpfe auf.


Herzgespann
Herzgespann
Herzgespann

Herzgespann Anwendung und Wirkung

Nachdem ich im vorherigen Abschnitt die alten Kräuterkundigen zu Wort kommen lassen habe, möchte ich noch auf die Verwendung in der jüngeren Volksheilkunde eingehen und auch die Schulmedizin zu Wort kommen lassen.

In der jüngeren Volksheilkunde verwendete man die Heilpflanze bei Herzkrämpfen, Beängstigung, Magendrücken, Blähbauch, Verschleimungen und Katarrhen sowie als hilfreiches Mittel während der Wechseljahre.

Verwendung in der Schulmedizin

Aus Sicht der Schulmedizin sah man im frühen 20. Jahrhundert eine Wirkung bei schwacher Herzfunktion mit ausbleibenden Puls und Herzklopfen mit Angstzuständen. Womit man die Verwendung in der Volksheilkunde untermauerte.

Weitere Indikationen waren nervöse Störungen mit Gereiztheit, Unruhe, Hysterie und Wasseransammlungen.