Eisenkraut


Über das Eisenkraut schreibt Hieronymus Bock 1539: „Das Kraut Verbena wird noch heutigen Tags mehr zu der Zauberei, denn zur Arznei gesammelt, mag aber im Leib und außerhalb genommen werden.“

Damit berichtet Hieronymus Bock über die herausragende Bedeutung dieser Heilpflanze in unserem animistischen Glauben, der sich bis in die Renaissance erhielt.


Für unsere Vorfahren war das Eisenkraut ein Wund- und Zauberkraut. Allein das
Tragen dieser Heilpflanze sollte vor Verletzungen schützen und dem Träger verschaffen, was er begehrt. Es liegt dementsprechend nah, dass sich der Name der Pflanze aufgrund seiner Schutzwirkung gegen eiserne Waffen bildete. Unsere alten Kräuterkundigen wissen es besser. Sie berichten über die Verwendung der Pflanze zur Härtung des Eisens, weshalb es Eisenkraut heisst.


Die Wirkungen welche man dieser Pflanze zuschreibt zeigt deren Bedeutung. So glaubte man, dass allein das Einreiben mit Eisenkrautsaft dazu führen müsse, dass man geliebt wird. Jede Krankheit sollte es heilen können und die Menschen glücklich und zufrieden machen. Gastwirte besprengten ihre Schänke um die Gäste fröhlich zu stimmen und verstrittene Eheleute kamen sich durch das Eisenkraut wieder nah.

Dabei finden sich derartige Vorstellungen nicht nur bei unseren Ahnen. Den Römern war das Eisenkraut heilig. Es war die wohl bedeutendste Pflanze, die von den heidnischen Priestern aufbewahrt und Gesandten mit auf den Weg gegeben wurde. Sie sollten dadurch nicht nur geschützt werden, sondern dem Feind auch ihren Willen aufzwingen können.

Die eingangs angeführten Worte von Hieronymus Bock sollten Sie nach diesen Ausführungen nicht mehr verwundern.


Eisenkraut
Eisenkraut
Eisenkraut
Eisenkraut

Eisenkraut Anwendung und Wirkung

Innerlich

In der Volksheilkunde verwoben sich Glaube und praktische Anwendung beim Eisenkraut. So galt es als wahre Panazee mit der alle Beschwerden geheilt werden könnten. Dafür reichte es, das Kraut in Wein zu kochen und einzunehmen oder auf die betroffenen Stellen äußerlich aufzubringen.

Unsere alten Kräuterkundigen äusserten sich da zurückhaltender. In Wein gekocht gab man das Eisenkraut bei Gicht, Hüftweh, Verstopfung der Leber, Niere oder Milz, gegen Gift und Steine.

In Wasser gekocht und anschliessend getrunken sollte es bei der fallenden Sucht, Epilepsie, helfen. Darüber hinaus bei Rheuma, Atembeschwerden, Gelbsucht, Keuchhusten und Grießleiden.

Die Eisenkrautwurzel zerstossen und in Wasser gekocht und 5 Tage nacheinander getrunken vertrieb Leibschmerzen, half bei rheumatischen Beschwerden, Gelbsucht und Steinen.

In der jüngeren Volksheilkunde verwendet man vorzugsweise einen Kaltauszug. Dazu geben Sie vier Teelöffel Eisenkraut auf einen Liter kaltes Wasser und lassen es über Nacht mazerieren.


Ich verwende das Eisenkraut sehr gerne. Insbesondere empfehle ich es bei Überreaktionen des Immunsystems. Es hat aus meiner Erfahrung eine ähnlich ausgleichende Wirkung auf das Immunsystem wie Guduchi.

Äußerlich

Äußerlich diente es bei der Behandlung von Zahnweh und zur Stärkung der Zähne. Dazu reichte es aus, die Wurzel zu kauen. Alternativ bereitete man einen Wein aus zerstossener Eisenkrautwurzel und Weißwein.


Als vorzügliches Wundkraut wurde es bei nahezu allen Wunden verwendet. Dazu wurde das fein zerschnittene oder gemahlene Kraut mit Honig oder Butter vermengt und auf die Wunde gestrichen.

Gegen starke Kopfschmerzen bereitete man einen Eisenkrautsud, der auf Stirn und Schläfen gestrichen wurde.

Eisenkraut kaufen

Eisenkraut kommt sehr häufig vor. Sie finden es bevorzugt an kargen Orten. Auf Schuttplätzen, an Wegrändern, in Gräben und an Dorfstraßen. Sollten Sie es dennoch kaufen wollen, bieten Gärtnereien die Pflanze bereits ab 2 Euro an.

In der Apotheke gibt es das Kraut unter der Bezeichnung Verbena officinalis zu kaufen.