Eibisch


Noch vor 100 Jahren gab es wohl kaum jemanden, der nicht gewußt hätte, dass Eibisch ein ausgezeichnetes Hustenmittel ist.

Bereits Theophrastos beschrieb ihn als Althaia, Dioskurides 300 Jahre später als Althea, von althes -> heilend. Und auch unseren germanischen Vorfahren war er nicht unbekannt, denn Karl der Große führt ihn unter der Bezeichnung Alteas in der Capitulare de Villis auf.

Eibisch
Eibisch

Hieronymus Bock nennt ihn Ibisch und schreibt 1539 über ihn:

Unsere Medici brauchen Ibisch sehr. Unter allen Malven wird der Ibisch um seiner heilsamen Tugend willen vorgezogen. Allen Ärzten in den Leib und außwendig zu gebrauchen. Ein notwendig Gewächs. Ist von Natur etwas warm und trocken.

Und wie alle Kräuterkundigen schreibt Bock über die Wirkung der Eibischwurzel auf Wasser, die bereits Theophrastos beschrieb.

Diese Wurzel (Eibischwurzel) zerstoßen und in Wasser gelegt, macht das Wasser gestehen.

Heinrich Marzell sieht aufgrund dieser Ausführungen im Eibisch das Zauberkraut der Preußen, das Wasser in Eis verwandeln kann.

Eibisch Anwendung und Wirkung

Innerlich

Zur Anwendung kommt meist die Eibischwurzel. Sie wurde in Wein oder Honigwasser gekocht und getrunken.


Bock empfiehlt sie bei allen Lungenleiden, Brustleiden und bezeichnet sie summa summarum dem ganzen Bauch dienlich. Das gebrannte Wasser aus der Wurzel sei darüber hinaus eine geeignete Arznei gegen tröpfelndes Harnen.

Die Eibischwurzel in Wasser gekocht und getrunken beschreibt er als hilfreich zur Austreibung der Nachgeburt und als vortreffliche Medizin gegen Lendenstein und brennendes Harnen.

Äußerlich

Gegen Geschwüre kochte man die Wurzel mit Milch zu einem Brei und strich sie in Form eines Pflasters auf die betroffenen Stellen.

Ein Öl aus den Eibischblättern heilt alle Stiche von Wespen und Hornissen, wenn die Stelle damit gesalbt wird.

Solch ein Eibischblätteröl erhalten Sie, wenn Sie die Eibischblätter in Baumöl (Olivenöl) 3 Wochen einlegen.

Eibischwurzel in Wasser gekocht, mit Gänsefett und Terpentin vermischt und daraus ein Zäpfchen geformt in den Leib geführt sei ein geeignetes Mittel zur Behandlung von Feigenwarzen und gegen die entzündete Gebärmutter.

Eibischsamen klein gestoßen, in Essig gekocht und vor dem Sonnenbad auf die Haut aufgetragen heilt die unreine Haut. Selbige Essig-Eibischsamenmischung vertreibt im Mund gehalten Zahnschmerzen.

Verwendung von Eibisch in der jüngeren Volksheilkunde

In der jüngeren Volksheilkunde wurde Eibisch nicht mehr gekocht. Alle Zubereitungen erstellte man mittels eines kalten Auszuges. Man meinte erkannt zu haben, dass die durch das Kochen entstehende gallertartige Substanz einen geringen therapeutischen Wert habe.

Die Kaltauszüge verwendete man zur Behandlung von Blasen- und Harnbeschwerden, Erkältungskrankheiten, Darmentzündung, Tuberkulose, Husten, Keuchhusten und äußerlich zur Spülung bei Weißfluss oder Erweichung von Hautveränderungen.

Eibisch kaufen

Eibisch erhalten Sie in der Apotheke unter der wissenschaftlichen Bezeichnung Althaea officinalis. Es empfiehlt sich bei einem Garten die Pflanze in einer Gärtnerei oder Saatgut zu kaufen.

Saatgut gibt es bereits ab 1,50 Euro. Eine Pflanze erhalten Sie ab 2,50 Euro.