Gurmar


Die indische Bezeichnung Gurmar lässt bereits vermuten, welche Wirkungen diese aus Zentralindien stammende Pflanze auf unseren Körper hat. Gurmar bedeutet in der Übersetzung Zuckerzerstörer. Eingesetzt werden die Blätter dieser Schlingpflanze. Bereits ein Gurmar-Blatt reicht aus, um jeglichen Geschmackssinn für Süsses zu zerstören. Verantwortlich dafür sind die in den Blättern vorhandenen Stoffe Gurmarin und Gymneminsäure. Hinzu kommt, dass Gurmar die Absorbtion von Zucker in’s Blut und die Umwandlung in Fett verlangsamt bzw. hemmt. Damit stellt Gurmar ein ausgezeichnetes Mittel zum Abnehmen dar. Insbesondere für Personen, die Süssen Verführungen nicht widerstehen können.

Gurmar ist eine verholzende Schlingpflanze.  Die Blätter wachsen gegenständig und sind elliptisch bis eiförmig. Die Blüten sind klein und Gelb. Die Fruchtkapsel ist bis zu 8 cm lang und rundlich.

Gurmar
Gurmar

Bezeichnungen

Gurmar ist eine Pflanze aus der Familie der Seidenpflanzengewächse, einer Unterfamilie der Hundgiftsgewächse. Botanisch bezeichnet man die Pflanze als Gymnema sylvestre. Dabei weist der Artname „sylvestre“ auf die Herkunft Gurmars hin, sylvestre – „Der aus dem Wald kommt“.


Landestypische Bezeichnungen sind Meshashringi, Gurmar oder Merasingi.

Indikationen

Gurmar wird in der Ayurveda zur Behandlung von Madhumeha, „Honigurin“ (Diabetes Typ 2), verwendet. Darüber hinaus ist Gurmar hilfreich bei Verdauungsstörung, Husten, Verstopfung, Entzündung, Gelbsucht, Hämorrhoiden, Harnzwang, Wurmbefall, Herzbeschwerden, Nieren- und Blasensteinen, Asthma, Bronchitis, Leukoderm, Bindehautentzündung, Amenorrhö, geschwollenen Drüsen, Hepatosplenomegalie und Fieber eingesetzt. Gurmar ist auch ein ausgezeichnetes Mittel zur Gewichtsreduktion.

Gurmar Anwendung und Wirkung

Gurmar reduziert den Blutzuckerspiegel, stimuliert die Insulinausschüttung und regeneriert die Pankreas. Allgemein wirken die Blätter der Pflanze ausgleichend auf Organe wie die Leber und Cholesterinspiegelsenkend. In der Ayurveda wird Gurmar – Gymnema sylvestre – als bitter, wärmend, schmerzlindernd, verdauungsfördernd, entzündungshemmend, leberstärkend, brecherregend, magenstärkend, entwässernd, schleimlösend, abführend, fiebersenkend, wurmtreibend, herzstärkend und gebärmutterstärkend beschrieben.


In der Ayurveda verwendet man meist die Blätter der Gurmar-Pflanze. Sie können roh verzehrt oder getrocknet und zu Pulver verarbeitet, eingenommen werden. Äußerlich aufgetragen sind sie hilfreich bei der Behandlung von Wunden.

Die Wurzel wird in der Ayurveda als Gegengift beschrieben. Sie wird als getrocknetes Pulver bei Schlangenbissen und Schmerzen verabreicht.


Die Früchte sind bitter und windtreibend. Sie werden auch bei der Behandlung von Diabetes eingesetzt. Darüber verwendet man Gurmar-Früchte zur Behandlung von Bronchitis, Würmern, Geschwüren und Vergiftungen.

Gurmar Blätter kann man in Europa kaum beziehen. Es empfiehlt sich daher, Gurmar-Pflanzen zu kaufen und sie selbst zu ernten. Allerdings zeigt Gurmar ein ausgesprochen langsames Wachstum, wenn die Bedinungen nicht optimal sind. Ich habe festgestellt, dass man ein optimales Klima für Gurmar schafft, wenn man ihn in eine sehr große Glasvase pflanzt. Auf dem Boden bringt man Seramis aus, darüber Erde. Die Vase kann man ruhig fast komplett abdecken. Die Pflanze bedankt sich mit einem, für Gurmar, schnellen Wachstum.


Gurmar ist auch als Pulver erhältlich. Der Preis, der dabei zum Teil verlangt wird, ist jedoch ausgesprochen hoch. Angemessene Preise liegen bei unter 10 Euro für 100g.


Inhaltsstoffe

Gurmar enthält Gymneminsäure A-D und V-Z, Gymnemasine A-D, Gymnemaside I-VII, Gymnemoside a-f, Gymnemagenin, Alanin, Isoleucin, ?-Aminobuttersäure, Adenin, Cholin, Valin, Betain, das Alkaloid Gymnamin, Hentriacontan, Pentatriacontan, Nonacosan, Conduritol-A, Tritriacontan, Inositol, Alpha-Chlorophyll, ß-Chlorophyll, d-Quercitol, Buttersäure, Ameisensäure, Weinsäure, ß-Amyrin, Lupeol, Stigmasterol, Gymnamosaponine, Gymnemagenin, Gymnestrogenin und Gypenosid.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Diabetes-Patienten, die blutzuckersenkende Medikamente verabreicht bekommen, müssen diese in der Regel bei Einnahme von Gurmar reduzieren.

Weiterführende Informationen

Pflanzenguru.com