Tulsi


Tulsi ist eine der heiligsten Pflanzen der Hindus. Bereits die Berührung der Pflanze soll zur Reinigung des Körpers und Abfall aller Sünden führen. In der Ayurveda wird die tägliche Einnahme von Tulsi als Lebenselexier empfohlen. Tulsi wird in vielen indischen Gärten und Tempeln kultiviert.

Sie ist eine aufrechte, einjährige, weich behaarte, vielverzweigte, bis zu 1,5 Meter hohe Staude, die zum Stamm hin verholzt.Die Blätter sind elliptisch, länglich, leicht gezähnt und behaart. Die in langen Trauben stehenden Blüten sind sehr klein und purpurn bis dunkelrot. Die Samen sind blaßbraun.

Bezeichnungen

Tusli könnte man mit „die Unvergleichliche“ übersetzen. Die Bezeichnung lässt erahnen, welche Wertschätzung Tulsi entgegengebracht wird. Für Hindus ist Tulsi heilig. Tulsi wird morgends und abends angebetet. In vielen Tempeln wird TulsiT verehrt so beispielsweise im Tulsi Manas Mandir Tempel in der heiligsten Stadt der Inder, Varanassi.

In der indischen Mythologie heißt es, dass Tulsi denjenigen von allen Sünden befreit und dessen Körper reinigt, der die Heilpflanze berührt. Ihr wird nachgesagt, dass sie zur Erlösung führt und vor Tod, Krankheit und Unheil schützt, wenn man sie Lord Krishna darbietet. Auch heißt es, dass sie Yama, den Gott des Todes, einschüchtert und die Manifestation des Gottes Vishnu darstellt. So ist es nicht verwunderlich, dass Tulsi in vielen indischen Gärten und Tempeln zu finden ist und man ihn auch als Heiliges Basilikum bezeichnet.

Botanisch gehört Tulsi zur Familie der Lippenblütler. Er trägt die Bezeichnung Ocimum sanctum und wird damit auch botanisch als Heiliges Basilikum eingeordnet. Ocimum ist die Gattung der Basilikumgewächse. Ein Synonym stellt die Bezeichnung Ocimum tenuiflorum dar.


Indikationen

In der Ayurveda ist Tulsi bereits seit Jahrtausenden als Adaptogen bekannt. Tulsi wird als den Körper ausgleichend, Stress lindernd und lebensverlängernd beschrieben. Die Pflanze wird als bitter, aromatisch, magenstärkend, lindernd, schweißtreibend, verdauungsfördernd, entwässernd, auswurffördernd, antipyretisch, blutreinigend, entzündungshemmend, herzstärkend, wurmtreibend beschrieben und wird bei Bronchitis, Erkältung, Husten, Herzbeschwerden, Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Asthma, Katarralfieber, Otalgie (Ohrenschmerzen), Leberleiden, Erbrechen, Lumbago (Hexenschuss), Schluckauf, Augenbeschwerden, Ringelflechte, Magen-Darmbeschwerden, Wespenstichen, Bienenstichen und Hauterkrankungen eingesetzt.


Tulsi Anwendung und Wirkung

Tulsi ist ein Adaptogen mit keinen nennenswerten Nebenwirkungen so dass der Heilige Basilikum von vielen Hindus als verjüngendes Rasayana täglich eingenommen wird. In Form von einem Rasayana oder Tulsi-Juice wird Tulsi als blutreinigend, den Körper augleichend, stärkend und nervenberuhigend beschrieben.

Tee

Ein aus Tulsiblättern erstellter Tee hilft bei stressbedingten Erkrankungen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür, Herzbeschwerden, Bluthochdruck, Kolitis (Dickdarmentzündung) und Asthma.

Ein Infus aus Blättern wird als hilfreich bei Verdauungsbeschwerden beschrieben und wird Kindern als magenstärkendes Mittel bei Magenbeschwerden verabreicht.

Dekokt

Zur Behandlung von Grippe kocht man in der Ayurveda 45 Tulsi-Blätter zusammen mit 600 ml Wasser bis das Wasser zur Hälfte verdampft ist. Diesen Dekokt nimmt man zusammen mit einer Prise Salz dreimal täglich warm ein. Der Dekokt führt zum Schwitzen und fördert so die Heilung.

Bei Husten, Halsschmerzen, Erkältung allgemein und Gliederschmerzen wird ein Dekokt aus den Blättern, schwarzen Pfeffer, Ingwer und einer Prise Salz bereitet. Eine Prise Salz zusammen mit etwas schwarzen Pfeffer, 15 Tulsiblättern und etwas Ingwer wird in 250 ml Wasser gekocht, bis die Flüssigkeit zur Hälfte verdampft ist. Den so erhaltenen Dekokt trinkt man heiß und schluckweise. Die Prozedur wird drei mal täglich durchgeführt.


Tulsiblätter

Zur Verbesserung des Gedächtnisses verabreicht man in der Ayurveda 5 Tulsi-Blätter morgens auf nüchternen Magen, zusammen mit etwas Wasser. Alternativ kann man 10 Tulsi-Blätter mit 5 Samen schwarzen Pfeffer, 4 Mandeln und etwas Honig zerstampfen und auf nüchternen Magen zu sich nehmen. Tulsi beruhigt die Nerven, stimuliert die Gehirnaktivität und führt bei regelmäßiger Einnahme zu einer Verbesserung des Gedächtnisses.

Mit etwas Wasser zusammen gemahlene Tulsiblätter äußerlich aufgelegt, werden in der Ayurveda als hilfreich zur Behandlung von Vereiterungen beschrieben.

Traditionell wird Tulsi auch zur Behandlung der Betelsucht eingesetzt. Statt des Betelbissens werden dazu nach dem Essen ein paar Tulsiblätter gekaut.


Tulsiblätter kann man in Europa am besten als sogenannten Tulsitee kaufen. Der faire Preis für 100g liegt bei 2 Euro.

Juice

Ein aus Tulsiblättern erstellter Juice schmeckt scharf und bitter. Er gilt als Tonikum und wird als blutreinigend, den Körper verjüngend und nervenstärkend beschrieben. Der Juice wird dementsprechend auch als Rasayana bezeichnet, als verjüngendes Lebenselexier, von dem man zweimal täglich 5 g zu sich nehmen sollte. Personen mit Hauterkrankungen wird Tulsi-Juice in der Ayurveda zur Heilung verabreicht.

Bei Asthma wird in der Ayurveda dreimal täglich die Einnahme von Juice zusammen mit etwas Honig empfohlen.

Wurzel

Frische Tulsiwurzeln mit etwas Wasser zermahlen werden in der Ayurveda auf Wespenstiche, Bienenstiche oder Bisse von Würmern oder Blutegeln aufgebracht. Frische zerdrückte Tulsi-Wurzel, Stengel und Tulasi-Blätter helfen äußerlich aufgebracht bei Moskitostichen. Ähnlich dem bei uns heimischen Breitwegerich. Ein Dekokt der Wurzel wird als schweißtreibendes, unterstützendes Mittel bei Malariafieber verabreicht.

Inhaltsstoffe

Ascorbinsäure, Carotin, Alkaloide, ß-Sitosterol, Glycoside, Saponine, Tannin, Bornylacetat, Cadinen, Camphen, Camphor, Carvacrol, ß-Caryophyllene, Decylaldehyd, Eugenol, Stigmasterol, Humelen, Limonen, Methylchavicol, Nerol, Alpha- und ß-Pinen, Gamma-Selinen, ß-Carotin, Apigenin, Luteolin, Molludistin, Oreantin, Ursolsäure, Sitosterol, Galuteolin, Cirsilineol, Gallsäure, Kaffeesäure, 4-Hydroxybenzaldehyd, Palmitinsäure, Stearinsäure, Myristinsäure, Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure.


Gegenanzeigen

Hohe Dosierungen von Tulsi-Extrakt zeigten in Tierversuchen eine Spermienhemmende Wirkung. Die Einnahme von 5 – 7 g Tulasi-Blattpulver pro Tag über 3 Monate, führte bei Patienten zu Verstopfung. Aufgrund der abtreibenden Wirkung sollte Tulsi nicht während einer Schwangerschaft eingenommen werden.

Anbieter und Preis

Tulsi gibt es in allen nur erdenklichen Kombinationen und Formen zu kaufen. Die Preise sind dabei stark schwankend. Brahmi Churna (Pulver) in Bioqualität gibt es bereits für einen durchschnittlichen Preis von 10 Euro zu kaufen.

Beispielsweise beim Ayurvedahandel.
Alternativ gibt es Tabletten von Maharishi

Weiterführende Informationen

Pflanzenguru.com