Giftpflanzen


Die Kenntnisse über Giftpflanzen sind so alt wie die Menschheit selbst. Man kann davon ausgehen, dass bereits unsere frühesten Vorfahren die Heilung bringenden von den tödlich wirkenden Pflanzen unterscheiden konnten. Noch heute zeigen mit der Natur eng verbundene Völker überraschend tiefgreifende Kenntnisse über Pflanzen und deren Wirkung. In unserer zivilisierten Gesellschaft haben wir uns immer mehr von der Natur entfremdet und diese Verbundenheit verloren. Dabei gehört die Kenntnis über die in den Pflanzen schlummernden Kräfte zum Urwissen der Menschen. Ein Urwissen, das in uns verankert ist, von dem sich die „zivilisierte Welt“ jedoch weit entfernt hat.


Die Entfremdung von diesem Urwissen führte in den letzten Jahrhunderten dazu, dass Giftpflanzen zu Unrecht verteufelt werden. Dabei wurden sie über Jahrtausende von den verschiedensten Volksgruppen intensiv genutzt. So sollen die bärenstarken Berserker, die sich ohne Waffen dem Feind rasend entgegenwarfen, ihre ungewöhnliche Kraft einzig dem Genuß von Fliegenpilzen verdankt haben. Von südamerikanischen Ureinwohnern zur Jagd genutzte Gifte wie Curare der Strychnos-Arten oder Rotenon aus den Wurzeln der Derris Liane sind heute nicht wegzudenken in unserer westlichen Medizin. Genauso wie das Atropin der Tollkirsche, Opium, Chinin, Rauvolfia, die Samen des Wunderbaumes, die Digitalis enthaltende Meerzwiebel, die Strychnin enthaltenden Brechnußsträucher, das Physostigmin  der Kalabarbohne, die Glykoside des Fingerhuts, die Strophantine enthaltenden Strychnosgewächse oder auch das Aconitin des hoch giftigen Eisenhut. Heilmittel und Gift stehen immer ganz nah beieinander. Gift kann zum wertvollen Heilmittel werden, Arznei aber auch zu Gift.


In unseren Breiten sind die klassischen Pflanzengifte, die uns immer wieder in Geschichten und Sagen begegnen die Tollkirsche, das Bilsenkraut, das Opium des Mohns, der Schierling, die Brechnuß und natürlich der Alraun den man für Verbrechen, Liebestränke, zur Narkose oder zur Zauberei benutzte.


Nachfolgend werden alle bekannten Giftpflanzen mit ihren positiven und negativen Folgen aufgeführt. Ausführliche Beschreibungen dürfen nicht als Anleitung verstanden werden. So ist die Beschreibung dass Haschisch wirksamer ist, wenn man es zusammen mit Schokolade isst, oder dass Tabak-Haschisch-Zigaretten tief und lang inhaliert werden um ein high zu bekommen oder dass Ganja eine Marihuana-Auslese darstellt, während in den Bhangshops Indiens angebotenes Bhang minderwertiger Natur ist nicht als Empfehlung anzusehen. Bei jeder Giftpflanze wird, insofern vorhanden, auch ausdrücklich auf die nützliche Verwendung eingegangen. Dabei muss dem Leser unbedingt klar sein, dass viele der Gifte zwar in der Medizin nutzbringend eingesetzt werden, allerdings in so kleinen und genau abgemessenen Konzentrationen, dass diese Pflanzen keinesfalls im Selbstversuch genutzt werden dürfen. Ja teilweise nicht einmal angefasst werden dürfen. Wie beispielsweise der Blaue Eisenhut.