Weißer Diptam


Wie viele Giftpflanzen wurde auch der Diptam in der Volksmedizin für Heilzwecke eingesetzt. Aufgrund der Giftigkeit der Inhaltsstoffe wird der Diptam nur noch in der Homöopathie eingesetzt.


Der Weiße Diptam ist eine sehr seltene, unverzweigte, stark nach Vanille und Zitrone duftende Staude. Die in endständigen Trauben stehenden Blüten zeigen sich von Mai bis in den Juni in weißem Grund und dunkelrosa geadert. Der Stengel des Diptam ist aufrecht und mit klebrigen Drüsen bedeckt. Die Drüsen des Diptams stoßen ein Sekret aus. Dieses Sekret ist an heißen Tagen entzündlich und sorgte für landestypische Bezeichnungen wie Blitzblume, Feuerwurzel, Brennender Busch oder Teufelspflanze.

Diptam findet man in Mittel- und Südeuropa auf Steppenheiden und lichten Gebüschen. Die Pflanze ist sehr selten und steht unter strengen Naturschutz.

Weißer Diptam Bezeichnungen

Botanisch gehört der Weiße Diptam zur Familie der Rautengewächse. Man bezeichnet ihn als Dictamnus albus. Landestypische Bezeichnungen sind Aschwurz, Brennender Busch, Diptam, Blitzblumm, Feuerwurzel oder auch Deiwelsplanz.


Weißer Diptam Indikationen

Wie die meisten Giftpflanzen, wurde auch der Diptam trotz seiner Giftigkeit als Heilpflanze genutzt. Volkmedizinisch wurde Diptam früher zur Behandlung von Wunden, ausbleibender Monatsblutung, Rheuma. Insbesondere die Wurzel des Diptam, Radix Dictamni albi, galt im Mittelalter als Antidotund wurde darüber hinaus bei Eingeweidewürmern und Wechselfieber eingesetzt.

Hieronymus Bock schreibt in seinem Kräuterbuch von 1551 über den Diptam: „Etlich melden der Dictam ziehe alle eingeschossene pfeyl, dorn und spreissen heraus nit allein dem Menschen darauff gelegt, sondern auch wenn das vihe von Dictam isset, sollen die Pfeyl heraus fallen“.


In der Homöopathie setzt man den Diptam noch heute ein. Insbesondere bei starker, schmerzhafter Monatsblutung und Weißfluss.


Weißer Diptam Wirkung und Verwendung

Im Mittelalter verwendete man das aus den Samen und Blüten gewonnene Öl und die Wurzel, Radix Dictamni albi, für Heilanwendungen. Das Pulver der Diptam-Wurzel setzte man innerlich zur Behandlung von Eingeweidewürmern und Wechselfieber ein. Eine Essenz aus den frischen Diptam-Blättern verwendete man bei Frauenleiden. Äußerlich aufgebracht dienten Diptamblätter und Diptam-Wurzel als Wundheilmittel. Innerlich verabreichte man sie zur Behandlung von Rheuma oder zur Austreibung der Nachgeburt.

In Südtirol nähte man sich Diptam und Wermut in die Kleindung mit ein, um sich vor Verhexung zu schützen.

Der Diptam enthält Furochinolinalkaloide wie Dictamnin, Skimmianin und Fagarin. Dictamnin erregt den Uterus und Herzstillstand in Diastole. Ferner enthält Diptam Furanocumarine wie das Psoralen, das auch in Apphalt-Klee vorkommt, Xanthotoxin wie es in der Raute vorkommt und Aurapten, das nachweislich gegen Leishmanien wirkt.


Ein Kontakt mit dem Diptam kann in Verbindung mit Sonneneinstrahlung zu schweren phototoxischen Hautreaktionen führen. 

Aufgrund seiner Giftigkeit wird der Diptam heute ausschließlich in der Homöopathie eingesetzt.