Wundermittel Kolloidales Silber?


Kolloidales Silber gilt im Bereich der alternativen Medizin als wahres Wundermittel. Es soll gegen Bakterien und Viren helfen und wird als Mittel gegen Krebs gepriesen. Doch wird es diesen Erwartungen kaum gerecht.

Zugegeben, ich stehe vielen vermeintlichen Wundermitteln skeptisch gegenüber. Insbesondere dann, wenn als einziges Argument für die Verwendung, die profitgierige Pharmaindustrie angeführt wird. Damit möchte ich nicht bestreiten, dass unser Gesundheitssystem auf dem Kopf steht. Doch sollte jedes angepriesene Wundermittel seine Wirkung unter Beweis stellen. Und nicht allein dadurch akzeptiert werden, dass es nicht patentiert werden könnte.

Zu den vermeintlichen Wundermitteln gehören, MMS, Natron, Kolloidales Silber aber auch absurde Mischungen, wie die oft gerühmte Gallensteinentfernung durch Grapefruitsaft und Olivenöl. Dabei lässt sich oft ganz einfach nachvollziehen, inwieweit es sich um wirksame Mittel handelt oder einfach nur Unsinn. Im Fall der Gallensteinentfernung reicht es beispielsweise beim Selbstexperiment, die vermeintlichen Gallensteine zu zerdrücken. Man wird dann schnell erfahren, dass es sich um verseifte Stücken aus Öl und Grapefruitsäure handelt.


Beim Natron reicht eine simple Summenformel. Was passiert, wenn Natron auf die Salzsäure in Ihrem Magen trifft? Mein Artikel Basisch durch Natron beschäftigt sich ausführlicher mit der Wirkung von Natron.

Keine Resistenzbildung beim kolloidalen Silber?

Beim kolloidalen Silber wird es schon etwas schwieriger. Unbestritten hat Silber eine antibakterielle Wirkung. Insbesondere die feinen Nanopartikel des kolloidalen Silbers können Bakterien den Garaus machen. Doch wer glaubt, dass Bakterien keine Schutzmechanismen gegen kolloidales Silber entwickeln könnten, befindet sicht auf dem Holzweg.


Bakterien können nicht nur genetische Resitenzen entwickeln. Im Fall vom kolloidalen Silber reicht es bereits ein Eiweiß zu produzieren. Das Eiweiß Flagellin kann von vielen Bakterien in großen Mengen ausgeschüttet werden. Es verklumpt das kolloidale Silber und macht es wirkungslos.

So können Bakterien nicht nur genetische Resistenzen gegen Silber bilden, sondern auch durch Verhaltensänderungen immun gegen kolloidales Silber werden. Siehe hierzu einen Beitrag im Nature Bacterial resistance to silver nanoparticles.


Nebenwirkungen von kolloidalen Silber

Nun, da kolloidales Silber keinesfalls das halten kann, was Ihnen die verschiedensten alternativen Quellen zuschreiben, stellt sich die Frage nach der Unbedenklichkeit. Die ist bei Schwermetallen in der Regel nicht gegeben. Im Fall von Silber zeigt sich, bei übermässigen Konsum, eine Blauverfärbung der Haut, Argyrose. Die Verfärbung wird als irreversibel beschrieben. Entgegen der Behauptung, dass dafür literweise kolloidale Silberlösung getrunken werden müsste, zeigen mehrere Fälle, dass eine Blauverfärbung auch bei geringen Mengen auftreten kann.


Die Ursache der Argyrose ist eine Einlagerung der Silberpartikel im Körper. Gerade im Nervensystem kann diese Einlagerung zu einer ganzen Reihe von Beschwerden führen.


Inwieweit die Nanopartikel von kolloidalen Silber die DNA schädigen und beispielsweise zur Bildung von Tumoren führen können, ist noch nicht ausreichend erforscht.

Pflanzliche Alternativen

Statt auf kolloidales Silber zu setzen, bei dem Sie immer den Nutzen gegen das Risiko abwägen müssen, sollten Sie besser auf pflanzliche Alternativen setzen. Die beste Alternative sind so bezeichnete adaptogene Pflanzen.