Heilpflanzen aus aller Welt

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Fenchel

Bereits medizinische Papyri aus altägyptischen Grabkammern berichten über den Gebrauch des Fenchel als Heilpflanze. So wundert es nicht, dass die Autoren aller Kräuterbücher dem Fenchel lobenswert erwähnen. Matthiolus schenkte dem Fenchel eine lange, ausführliche Beschreibung, bei der man den Eindruck erhält, daß der Fenchel geradezu eine Panazee vergangener Tage war.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich ein dichtes Netz legendärer Vorstellungen und Aberglauben um den Fenchel. So kann man in einer Aberglaubenssammlung ("Der alter Weiber Philosophen") aus dem Jahre 1571 lesen: "Der Fenchel kann fürwahr der Geschlechtsbestimmung dienen. So ein schwanger Fraw ir Kind mehr in der rechten Seiten tregt und gern Fenchel und Gevögel isset und hört gern von Ritterspielen sagen, so tregt sie einen Sohn". In Ostpreußen und einigen Gegenden Norddeutschlands glaubte man, dass der Fenchel die Fähigkeit hätte, vor Verhexungen zu schützen. In Nord-Böhmen bestreuten die Imker Bienenstöcke mit pulverisierten Fenchelkraut, damit die Bienen sich nicht verfliegen. In Frankreich und Spanien schätzte man den Fenchel als wirkungsvolles Heilkraut gegen Zauberei und in der Ukraine warf man beim Anblick der ersten Schwalbe eine Hand voll Erde auf das Beet und sagte: "Ich säe Fenchel". Dadurch sollte eine gute Fenchel-Ernte garantiert werden.