Der Salbei wurde in allen Zeiten hoch gelobt. Der Mönch Walahfrid Strabo beginnt sein Hortulus aus dem 9. Jahrhundert mit einer Würdigung des Salbeis. Karl der Große verfasste genaue Bestimmungen über den Anbau von Salbei in seinem "Capitulare".
Und im Spätmittelalter schreibt Hieronymus Bock über den durch Benediktiner aus dem Mittelmeergebiet gebrachten Salbei:Wer also nicht nach Frankfurt und Venedig fahren kann, wie die reichen Kaufleute und kein Geld hat um teure Arzneien zu kaufen, der möge, so will es Bock, getrost dem Salbei vertrauen.
In staunenswerter Fülle hat sich Sage und Legende des Salbeis angenommen. Die einst so gewaltige Durchdringung des Lebens mit zauberhafter Medizin hat dazu geführt, dass der Salbei in Verbindung mit streng einzuhaltenden Besprechungsformeln zur Anwendung und Heilung von Krankheiten, zur Gewinnung der Liebe, zur Beschwörung des "Bösen" und manch anderem Zweck verwendet wurde. Legendäre Vorstellungen bemächtigten sich des Salbeis. So glaubte man, dass Maria, die göttliche Jungfrau, auf der Flucht aus Ägypten mit ihrem Sohn Jesus Zuflucht unter den Blättern des Salbeistrauches vor den Häschern des Herodes fand. Zum Lohn dafür wurde der Salbei mit wohltätigen Wirkungen ausgestattet. Eine Sage, die die Wertschätzung aufzeigt, die man dem Salbei entgegenbringt.
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