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Kalmus

Kalmus wird oft als stimulierende Droge oder in höheren Dosen als Halluzinogen beschrieben. Für die psychoaktive Wirkung soll der im Kalmus enthaltene Phenolether Asaron verantwortlich sein. Asaron kommt im Kalmusöl als a-Asaron und ß-Asaron vor und bildet eine Vorstufe des Trimethylmethamphetamin TMA-2, das 10 mal so potent sein soll, wie Meskalin. In Laborversuchen wurde eine Wirkung auf das Zentralnervensystem bestätigt. Es zeigte sich auch, dass hohe Konzentrationen des ß-Asaron mutagen wirken. In Selbstversuchen konnten die psychoaktiven Wirkungen durch Rätsch nicht bestätigt werden. So schreibt er, dass er nach der Einnahme von mehr als 100g des ausgekochten, getrockneten Wurzelstockes keinerlei halluzinogene, psychedelische, entheogene oder sonstirgendwelche visonären Wirkungen feststellen konnte. Damit kann man die oft beschriebene psychoaktive Wirkung des Kalmus zumindest in Frage stellen.

Kalmus ist eine ursprünglich in Asien heimische Wasserpflanze, die bereits seit Jahrhunderten in ganz Europa anzutreffen ist. Die länglichen schwertförmigen Blätter des Kalmus wachsen direkt aus dem Wurzelstock und ummanteln den bis zu einen Meter hohen Stiel. Kalmus ist eine Pflanze aus der Familie der Aronstabgewächse.

Kalmus

Kalmus - Quelle: J.F. Gaffard

Bezeichnungen

Botanisch bezeichnet man Kalmus als Acorus Calamus. Synonyme: Acoriis odorcitiis, Acoriis vidgaris und Acoriis vidgaris. Im Sanskrit Vacha und in Hindi Bach oder Ghodach.

Indikationen

Kalmus wird in der Ayurveda bei Magenbeschwerden, Heiserkeit, Koliken, Blähungen, Verdauungsstörungen, Amenorrhö, Dysmenorrhö, Nierenleiden, Steinen, Harnzwang, Husten, Bronchitis, Asthma, Zahnbeschwerden, Schmerzen im Thorax, Leberschmerzen, Ohrenschmerzen, Gicht, Entzündungen, Epilepsie, Krämpfen, Verwirrung, Tumor und Fieber eingesetzt.

Anwendung und Wirkung

Für die unter Indikationen aufgelisteten Beschwerden, wird ausschließlich das Rhizom des Kalmus verwendet. Aus dem Rhizom wird ein Tee bereitet oder das getrocknete, fein gemahlene Wurzelpulver eingenommen. Die Maximaldosierung liegt dabei bei 500 mg. Eine Dosis von 1g führt zum Erbrechen.

Die jungen, nach süßlicher Orange duftenden Blätter des Kalmus kann man für Süssspeisen verwenden.

Das in Kalmus enthaltene Asaron reizt zum Niesen. Kalmus wird deshalb auch als Schnupftabak-Zusatz verwendet. Als Bestandteil von Räuchermischungen wird Kalmus als geistaufhellend beschrieben.

Inhaltsstoffe

Kalmus enthält Asaron, ß-Asaron, Calamenol, Calamen, Calamenon, Eugenol, Methyl Eugenol, Alpha-Pinen, Camphen, Fettsäuren, Calamol, Calamon, Acoradin,Azulen, Acolamon, Isoacolamon, Acorin, Calameon, Calamusenon, Acoramon, Asarylaldehyd, Carcinogen, ß-Asaron, Epoxyisoacoragermacron.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Kalamus Öl und Extrakt dürfen aufgrund der in Kalmus enthaltenen giftigen Phenolether Asaron und ß-Asaron auf keinen Fall eingenommen werden. ß-Asaron erwies sich in Tierversuchen als karzinogen und mutagen wirkend.

Weiterführende Links

Pflanzenguru.com